Potentialfläche Tourismus, Land-/Tierwirtschaft und Ökologie

Lageplan

Antrag "Grüne am See"


Aufgrund aktueller Entwicklungen bei der Umsetzung von Anlagen der erneuerbaren Energien ist der Flächennutzungsplan zu aktualisieren.

Auch den fehlenden Landschaftsplan müssen wir ins Auge fassen.

In Außenflächen entstehen Planungen, die gemeindlichen Interessen entgegenstehen, Satzungen sind zu ändern.

Einen Großteil dieser Überlegungen und Aufgaben findet in dem, als Anlage 1 gekennzeichneten, angehängten Plan statt.

Die Fraktion „Grüne am See“ hat sich umfänglich mit dem Gebiet beschäftigt, mit Betroffenen gesprochen, und Ideen entwickelt.

 

Die Gemeinde Möhnesee ist ein Touristischer Ort. Einerseits, als Naherholungszone für das Ruhrgebiet und die Soester Börde, andererseits als europaweit anerkannter Urlaubsort des „sanften Tourismus“

Das Eingangstor zum gemeindlichen Erholungsgebiet bilden die sich am „Tollpost“ kreuzenden Straßen. Die Besucher*innen erleben hier erstmalig ein Spannungsfeld zwischen unverwechselbaren Blicken.

Einerseits der Blick Richtung Norden auf die durch kleine Dörfer, Felder, Wiesen, Obst-, Gemüse- Erdbeer-, und Blumenplantagen, aber auch Wind- und Solarenergieanlagen gekennzeichnete Börde/Haar-Landschaft, mit ihren Rad- und Wanderwegen sowie Möglichkeiten der Direktversorgung mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Andererseits der Blick Richtung Süden, auf das Industriedenkmal Möhnesee mit der Staumauer, dem See, umschlossen von Hügeln, Wäldern und Bächen, die gegen Klimawandel und Schädlinge kämpfen, und dennoch so viel Erholung bieten, dass die Parkplätze selbst im Winter überquellen.

 

Ist es nicht richtig, wichtig und notwendig, eine solche Wegemarke des Tourismus, hier wo durch einen Bildstock am Haarweg der „Tollpost“ gekennzeichnet ist, aufzuwerten und zu entwickeln?

Für uns „Grünen am See“ ist das umso wichtiger geworden, je mehr industrielle Tierhaltung versucht, in den Planbereich einzudringen.

Was wir uns dagegen vorstellen, soll in wenigen Punkten beschrieben werden:

  

Wegemarke „Tollpost“

 In unmittelbarer Nähe der Haarkreuzung soll ein Parkplatz entstehen, der es Besuchern erlaubt,

  • das Spannungsfeld der Blickbeziehungen der Haarlandschaft zu erleben, hierbei kann ein kleiner Turm in offener Bauweise helfen,
  • In einem digitalen oder statischen Info-Centrum Informationen über die touristischen Möglichkeiten, aber auch über die Gemeinde, die Vereine und die Gewerbetreibenden zu erhalten,
  • zu verweilen, innezuhalten, oder einfach Rast zu machen.

Natürlich ist eine solche Wegemarke mit Ihren Möglichkeiten auch immer Treffpunkt, für Fotografen, Funker oder Menschen die einfach gemeinsame Aktionen planen.

Das hier schon Sichtbeziehungen zu den ersten touristischen Zielen, wie, dem Tollpost, dem Bismarckturm, den Blumenpflückwiesen, Erdbeer- und Obstplantagen, besteht unterstreicht die Bedeutung des Standortes nur. Auch Dörfer, Seenlandschaft und Sauerland werden schon erfahrbar.

 

Flächen der Direktvermarktung

 Wenn doch schon jetzt Direktvermarktung stattfindet, und diese gefördert und ausgebaut werden soll, macht es Sinn, nicht nur die bereits vorhandenen Flächen zu betrachten, sondern Erweiterungen planungstechnisch zu unterstützen.

Es ist also wichtig hierfür Flächen zu definieren und herauszustellen.

Wichtig im Zuge der Gleichbehandlung und Gerechtigkeit ist dabei, Landwirten und Direkterzeugern, die nicht mit Feldern an der Haar beglückt sind, Vermarktungsmöglichkeiten Ihrer Produkte anzubieten.

Seien es nun Weine, Honigsorten, Kerzen, oder sonstige oben nicht genannten ähnliche Produkte.

Wichtig ist die Produkte witterungsgeschützt und möglichst gansjährig anzubieten.

Hierzu können wir uns eine zentrale Verkaufsstelle in Form einer scheunenähnlichen, landschaftstypischen Halle vorstellen, oder einzelnen kleinere „Schuppen“ die individuell den gleichen Zweck erfüllen.

Zu prüfen ist, ob solche Verkaufsstellen eher zentral, oder doch lieber dezentral, also direkt auf den Feldern entstehen sollen. Eventuell ist eine Kombination der richtige Weg.

 

Ökologische und konventionelle Landwirtschaft im Spannungsfeld mit erneuerbaren Energien

 Wenn schon jetzt Teile der landwirtschaftlichen Flächen im Plangebiet ökologisch genutzt werden, und große Teile auch aktuell schon dem geplanten Zweck dienlich sind, muss auch der Blick zu den benachbarten Solarfeldern erlaubt sein.

Das Fraunhofer-Institut forscht aktuell intensiv an der gemeinsamen Nutzung von Felder für Solarnutzung, Feldfrüchteanbau und, oder Tierhaltung. Denkbar sind solche Modelle auch über Bürgergenossenschaften.

Im Kern geht es darum, aufgeständerte Solaranlagen zu haben, die gleichzeitig Solarenergie und Wasser Sammeln.

Darunter stehen Tiere im Schatte oder es wird angebaut.

In beiden Fällen kann das aufgefangene Wasser genutzt und Mehrwert durch Solarenergie gewonnen werden.

Solche Konzepte erlauben nicht nur eine effektivere Nutzung der vorhandenen Ressourcen, sie können auch, in der Kombination mit Direktvermarktung, Tourismusmagnet und Musterbeispiel moderner Landwirtschaft sein.

Spannend gegenübergestellt werden könnten und sollen in einem solchen Konzept die unterschiedlichen Elemente der konventionellen und ökologischen Land- und Tierwirtschaft.

Ausgeschlossen werden soll industrielle Tierhaltung, das Sie mit den Grundzielen nicht vereinbar ist.

Eine Kooperation mit Institutionen wie „Haus Düsse“ oder dem Fraunhofer Institut sind wünschenswert.

  

Flächen für sanften Tourismus

 Möhnesee bekennt sich zum „sanften Tourismus“.

Wenngleich die vorgenannten Punkte auch allesamt Ziele des „sanften Tourismus“ sind, da unsere Besucher ja in die Flächen „eingeladen“ werden, sehen wir Bedarf an weiteren touristischen Kernzonen im Plangebiet.

Der zunehmende Andrang von E-Bikes die sich in Wald und Flur tummeln wollen, beeinträchtigt Umwelt und Mensch stark.

Unsere Jugendlichen wünschen sich spannende Abwechslung bei sportlichen Betätigungen.

Die Einrichtung eines Bikerparks, der unter Verantwortung eines betreibenden Vereins steht, kann Lösung schaffen. Gespräche mit mutmaßlichen Betreibern hat die Fraktion „Grüne am See“ bereits geführt.

Inklusion und Integration dürfen für eine zukunftsorientierte Gemeinde nicht nur Schlagworte sein.

Flächen für Gärten in denen Menschen aller Generationen, mit oder ohne Einschränkungen, Flüchtlinge, Zugezogene, Neu- oder Bestandsbürger*innen, einzeln oder gemeinsam, gestalten, werken, und schaffen können, sind ein lohnenswertes Experiment.

Vorstellbar ist ein solches Konzept auch unter der Leitung von Schulen und Kindergärten und durch Unterstützung ortsansässiger Vereine.

Neben dem Seepark kann es so auch einen Bürgerpark geben, der nicht nur der Erholung, sondern in erster Linie den Idealen von Gemeinschaft und Selbstbestimmung dient.

Das Konzept soll sich langsam entwickeln und ausschließlich über Spenden und eventuelle Zuschüsse finanziert werden.

   


Wir halten die Größe des vorgeschlagenen Gebietes für zwingend notwendig um die vorgeschlagenen Konzepte zu realisieren.

Gleichwohl kann darüber vortrefflich diskutiert werden.

Es sollten Freiflächen bleiben die Entwicklungen dienen können, die sich aus dem Konzept ergeben, heute aber eventuell noch nicht absehbar sind.

Es können Vorstellungen anderer Fraktionen, Vereine oder Bürgerbewegungen einfließen.

Der land- und tierwirtschaftliche Bestand ist in jedem Fall zu schützen. Er passt ausnahmslos ins Konzept.

Dies Konzepte kosten die Gemeine kaum Geld.

Vieles oder fast Alles kann mit Spenden, durch private Investitionen oder durch Förderungen finanziert werden.

Es geht jetzt um ein definieren, konkretisieren, planen, werben und verfeinern.

Wir brauchen eine Veränderungssperre über das Plangebiet und eine Versagung des gemeindlichen Einvernehmens für jede Form der Änderung des Status Quo.

 

Aufgestellt:

Möhnesee den 04.02.2021

 

 Verantwortlich für den Inhalt:

 Antje Knehaus (Rat der Gemeinde)

Julian Sauter (Rat der Gemeinde)

Uwe Beißner (Rat der Gemeinde/Fraktionsvorsitzender)

 


 
 
 
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