Stellungnahme Fraktion „Grüne am See“ zur Windenergieplanung in der Gemeinde Möhnesee für den Technikausschuss am 25.02.2021
  
Die Grünen am See bekennen sich zur intensiven Nutzung der Windkraft. Windenergieanlagen spielen am Haarstrang eine wichtige Rolle bei der klimaverträglichen Energieumsetzung. Die Energieversorgung muss dezentral und nachhaltig erfolgen.
Hierbei setzen wir auf unsere  Vorratsflächen. 

Dennoch müssen wir jetzt handeln!
Die Zeiten ändern sich, Technik schreitet voran. Eine repowerte Anlage ersetzt mittlerweile bis zu 5 alte Windräder. Dabei entsprechen die Produktionskosten nahezu dem, klassischer Kraftwerke. Allerdings sind neue Windräder größer und vor allem höher. Die Genehmigung-Voraussetzungen müssen dieser Situation angepasst werden. 

Die Hürden dafür sind hoch. Und das aus gutem Grund. Es sind Ratsbeschlüsse notwendig. Und das verlangt eine breite und umfängliche Bürgerbeteiligung. Hierbei können alle Belange, jedes Für- und Wieder abgewogen werden. 
Neben Bau- und Planungsrecht, Umwelt- und Naturschutz, Immissions- und Denkmalschutz werden insbesondere die Belange der Bürgerinnen und Bürger in den Focus gerückt.

Wir sehen das Spannungsverhältnis von Windenergie und Naturschutz, insbesondere an den sensiblen Standorten im Arnsberger Wald. Der unverwechselbare Blick vom Haarstrang über den Möhnesee mit dem über 100 Jahre altes Industriedenkmal Staumauer, gehört für viele Menschen, die hier aufgewachsen oder zugezogen sind, zum festen Bestandteil des Begriffs Heimat.


Dieses Ensembles aus geschlossenen Ortschaften, umrahmt von landwirtschaftlich genutzten Flächen, den baulich unberührten Wäldern,  den Bau-, Boden-, Industrie-, und Naturdenkmälern, die markante Wegpunkte in historisch gewachsener Naturlandschaft bilden, das alles ist Teil der Geschichte, des Lebens und der Zukunft der Möhnesee-Region. Somit ist es hohes Gut und schützenswert, da in dieser Form einzigartig!

Schon die Windenergieanlagen auf der Nordseite der Haar sind für viele Anwohner eine Belastung. Aber der Blick von der Haar auf Kohlekraftwerke und Atomreaktorruinen hat im Laufe der Jahre bei vielen eine Akzeptanz für Windkraftanlagen wachsen lassen.

Anders sieht es mit der Waldfläche südwestlich des Möhnesees aus. Wir stehen zu unserem Wahlversprechen, dass der Arnsberger Wald für uns Tabu-Zone in Hinblick auf Windenergieanlagen bleibt. Und wir haben gute Gründe dafür:

Das ausgewiesene Gebiet wird umrahmt von Flächen mit besonderer Bedeutung für die Erhaltungs- und Entwicklungsziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Eine industrielle Nutzung des Gebietes würde zu einer Beeinträchtigung der Nachbarbereiche führen.  Teile der ausgewiesenen Fläche entwickeln sich zu naturnahen Wäldern mit mehrstufig bzw. plenterartig ausgeprägten Beständen. Der gesamte Bereich südlich des Möhnesees bis zu den erste Höhenkämmen ist kulturhistorisch wertvoll und landschaftsprägend anzusehen. Der Wald, die Waldränder sowie die Freiflächen sind wie der gesamte Seeuferbereich für eine naturnahe und natürliche Waldentwicklung zu nutzen. Die Wälder sind Teil eines Erholungsgebietes im qualitativ hochwertigen Landschaftsbild. Auch sehen wir hier Wanderkorridore von Vögeln und Fledermäusen, und Gebiete mit Vorkommen gefährdeter bzw. störungsempfindlicher Arten.
Die Errichtung von Windenergieanlagen im Wald würde zu einer deutlichen Veränderung des Landschaftsbildes und zu Beeinträchtigungen der Erholungsfunktion führen. 

Die Errichtung von Windenergieanlagen im Wald würde weiteren Schutzzielen entgegen sprechen, insbesondere der weiteren Ausweisung von Horstschutzzonen, Schutzwäldern, geschützten Biotopen, Naturparks oder Naturschutzgebieten.  Wir sind überzeugt, dass im Rahmen einer strategischen Umweltprüfung und dem dazugehörigen Monitoring die Waldgebiete für Windenergieanlagen nicht vertretbar sind und erhebliche Umweltauswirkungen zu befürchten sind, insbesondere für streng geschützte Arten in den angrenzenden Gebieten.

Die Zuwegungen zu den Anlagenflächen, d. h. die Straßen, Brücken und Waldwege, müssen für Schwerlasttransporte mit einer maximalen Achslast von 12 Tonnen und einem maximalen Gesamtgewicht von 144-164 Tonnen ausgelegt sein. Die Zufahrten sind dauerhaft für einen ganzjährigen Betrieb herzustellen. Dies ist aus unserer Sicht nicht sicherzustellen. Dies führt insbesondere im Hinblick auf den Brandschutz zu nicht händelbaren Problemen.
Auch die Zuwegungen müssen in Hinblick auf Natur- und Artenschutz untersucht werden. Hier sehen wir Ausschlusskriterien.
 Waldgebiete dürfen nur für andere Nutzungen in Anspruch genommen werden, wenn die angestrebten Nutzungen nicht außerhalb des Waldes realisierbar sind und der Eingriff in den Wald auf das unbedingt erforderliche Maß beschränkt wird. Die Gemeinde Möhnesee stellt Alternativen zu diesem Standort im Wald heraus.
Besonders markante Teile des Landes sollten vor Veränderungen des Landschaftsbildes geschützt werden. Dies sind Landschaftsräume, deren Vielfalt, Eigenart und Schönheit vor allem in einer hohen Naturnähe begründet liegt bzw. die als historische oder harmonische Kulturlandschaften begriffen werden. Der Möhnesee mit dem Arnsberger Wald ist wohl eines der besten Beispiele hierfür.


 Unsere Zielrichtung lautet daher: 

  • Potentialflächen repowern unter Wegfall der Höhenbegrenzung
  • Potentialflächen im Gemeindegebiet aktualisieren
  • Keine Windräder südlich der Sichtachse Haarstrang - Staumauer - Arnsberger Wald



Gerade auf regionalplanerischer Ebene kann die Akzeptanz von Windenergieanlagen, durch die Festlegung von Vorrang-, Vorbehalts, Eignungs- und Ausschlussgebieten erfolgen. Wenn die Gemeinde hier weiterhin verantwortungsvoll agiert und einen Kriterienkatalog erarbeitet, der auf den gemachten Erfahrungen, Wünschen und Begutachtungen aufbaut, sind wir auf dem richtigen Weg.




 
 
 
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